Steinbeck ist Schuld

„Wo wir auch in Russland waren, in Moskau, in der Ukraine, in Stalingrad, stets fiel der magische Name Georgien. Menschen, die niemals dort gewesen waren, sprachen von Georgien mit einer Art Sehnsucht und mit großer Bewunderung. In ihren Erzählungen waren die Georgier Übermenschen, große Trinker, große Tänzer, große Musiker, große Arbeiter und Liebhaber.“ John Steinbeck

Irgendwann während meines Journalistik-Studiums fiel mir John Steinbecks „Russische Reise“ in die Hände. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg fuhr er gemeinsam mit dem Fotografen Robert Capa durch die Sowjetunion. Das meiste, was sie dort fanden, war reichlich deprimierend, zerstörte Kriegslandschaft. Aber ein Land war anders, voller Gastfreundschaft, Gesang und fröhlicher Menschen. Das war Georgien. Seitdem wusste ich, ich muss dahin.

Was ich dort fand? Viel Gastfreundschaft, gute Tänzer, Gesang, sehnsuchtsvoll am Horizont hängende blaue Berge und Wein. Was für Wein! Darüber könnte man Bücher schreiben, oder eben eine Reportage – so geschehen für das Frankfurter Allgemeine Magazin. 

Was trinken sie dort?

Wir fuhren durch Moldau wegen einer ganz anderen Geschichte, aber immer wieder wurde uns Wein vorgesetzt. Er war köstlich, fruchtig und trocken wie der Moldauer Sommer. Warum kennt den eigentlich niemand in Westeuropa, fragten wir uns. Dann besuchten wir den größten Weinkeller des Landes – er ist so groß, dass man mit dem Auto hineinfahren kann. Spätestens da war klar, dass ich darüber etwas schreiben muss. Nun ist die Reportage im Reiseteil der F.A.Z. erschienen.