Auf einen Bellini in Harry’s Bar

IMG_5264Um Harry’s Bar ranken sich in Venedig Legenden. Die meisten sind mit den Namen großer Schriftsteller verbunden: Truman Capote trank hier, der Stammgast Ernest Hemingway verewigte die Bar 1950 in „Über den Fluss und in die Wälder“. Und auch Orson Welles kam, aß viel und trank noch mehr. Meist so viel, dass die Kellner sich fragten, ob Amerikaner nicht ein ganz anderes Verdauungssystem haben.

Während der Biennale feierte in diesem Jahr ein Dokumentarfilm über die Bar seine Premiere. Die Paillettendichte war hoch, die Absätze noch höher. Nur Bellinis gab es nicht. Dafür musste man die Bar schon selbst aufsuchen.

Das hab ich gemacht und darüber für das Frankfurter Allgemeine Magazin geschrieben. Die Reportage gibt’s auf Seite 45.

Filmdiven – in Venedig und anderswo

Es ist viel passiert in den vergangenen Wochen. So viel, dass ich kaum dazu kam, diese Seite zu aktualisieren. Der Sommer hat sich als Hauptsaison für Freelancer entpuppt – und darüber bin ich natürlich nicht böse. Da hier und dort jedoch die drängenden Fragen aufkamen: Was machst Du eigentlich? Und wo steckst du gerade schon wieder? – kommt hier die ausführliche Antwort.

Da war zunächst einmal das Filmfestival in Venedig, das ich in diesem Jahr für den Gesellschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung besuchen durfte. Die ersten Eindrücke von der Eröffnungsgala am roten Teppich hatte ich gleich online verarbeitet (Diven, Bergsteiger und eine kleine Demonstration) – die lange Version erschien am nächsten Tag im Print. Und wer dann die Meldungsspalten aufmerksam durchstöbert hat (über das Johnny-Depp-Fieber, Kristen Stewarts romantische Ader oder Noah Baumbachs Brian-DePalma-Doku) , konnte fast 14 Tage lang mein Kürzel entdecken. Einige längere Stücke von dieser Recherchereise stehen noch in diversen Blöcken – es wird also nicht das letzte Mal sein, dass ich davon erzähle.

Eine der schönsten Begegnungen mit einem Filmstar hatte ich jedoch nicht in Venedig, sondern direkt vor der Haustür, in Rodgau. Dort lebte nämlich Jean Darling – die älteren unter Ihnen werden sich noch an das blondgelockte, kecke Mädchen aus der Stummfilmreihe „Die kleinen Strolche“ erinnern. Genau, das war sie! Und sie erinnerte sich noch an so vieles: Wir sprachen über ihr erstes Casting, die Zeit als der Stummfilm zum Tonfilm wurde und wie sie Laurel und Hardy (bei uns besser bekannt unter dem Pseudonym ihrer Comedy-Reihe „Dick und Doof“) kennenlernte. Leider verstarb sie kurz nach ihrem 93. Geburtstag im September. Der Text über das Gespräch mit ihr erschien online bei FAZ.NET: Was aus dem kleinen Strolch mit den blonden Locken wurde.

First Publication for New York Post’s Pagesix

Some assignments come over night and completely out of the blue. (Or maybe not completely out of the blue and I have to thank a good google ranking for this page here). Anyway, the big news I still can’t believe: My first article in an American paper was published. I contributed reporting for an article of New York Post’s „Pagesix“.

So, read all the italian-based background about the model who accused producer Harvey Weinstein of molestation here: „Model who accused Weinstein of molestation has sued before“.

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Für meine deutschsprachigen Leser: Mein erster Beitrag für eine amerikanische Zeitung ist erschienen. Die New York Post bat mich um Recherchehilfe. Den Beitrag über das italienische Model, das Filmproduzent Harvey Weinstein wegen sexueller Belästigung anzeigte, lesen Sie hier (in English): „Model who accused Weinstein of molestation has sued before“.

 

Grandmakers East Forum – Palermo

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Auf Einladung der Robert-Bosch-Stiftung nahm ich als Panel-Speaker am Grantmakers East Forum vom 8. bis 10. Oktober 2014 in Palermo teil. Gemeinsam mit Steffen Angenendt (Stiftung Wissenschaft und Politik), Guillaume Cappelle (SINGA France) sowie Saline Yildiz (MorgenLand Initiative) habe ich in der Session “Brain Drain: Gain, waste or circulation?” über die Auswirkungen und Herausforderungen der Arbeitsmigration diskutiert.

 

Neun Monate auf Lampedusa

Von Lampedusa berichten wir nur, wenn wieder ein Flüchtlingsboot im Mittelmeer untergegangen ist. Wie vor einem Jahr, damals ertranken vor der italienischen Insel gleich mehrere hunderte Menschen auf dem Weg von Afrika nach Europa. Die Presse war schnell am Ort des Geschehens, und genauso schnell waren die Reporter und Fotografen wieder verschwunden. Nur einer blieb länger: Der Fotograf Calogero Cammalleri verbrachte neun Monate auf Lampedusa. Die Einwohner lehnten ihn zuerst ab. Doch dann blieb er drei Tage mit Fischern in stürmischer See.

Ich habe in zu seinen Eindrücken und Erlebnissen auf Lampedusa befragt. Das ganze Interview auf FAZ.NET gibt es hier: „Wir wollen dich hier nicht haben“

Außerdem hat Calogero mit einem Stipendium des italienischen Forschungszentrums Fabrica, ein Tochterunternehmen der Benetton-Gruppe, den Foto-Band „Lipadusa“ über seine neun Monate auf Lampedusa herausgebracht. Mehr Informationen dazu, gibt es hier.

 

Generalisten-Tage

Früh habe ich für FAZ.NET einen aktuellen Beitrag zum Bootsunglück vor Lampedusa recherchiert, das langsam politische Dimensionen annimmt – völlig zu Recht und viel zu spät, aber dazu an anderer Stelle mehr.

Zum Dienstende flatterte dann noch eine Meldung über ein Patent für „Designer-Babys“ auf den Tisch, die auch nachrecherchiert werden wollte: Kinder nach Maß.