Überraschungen auf der Berlinale

Es heißt ja immer die Berlinale sei das politische unter den großen Filmfestivals. In diesem Jahr aber war der Wettbewerb mal wieder sehr durchwachsen. Wer überraschendes suchte, musste in die Nebenreihen gehen. Dort wurden so wunderbare Filme wie „Call me by your Name“ oder „Menashe“ gezeigt.

Für letzteren hatte ich die Gelegenheit, mit dem Hauptdarsteller Menashe Lustig ein Interview zu führen. Es war eine der spannendsten Begegnungen dieses Filmfestivals. Denn wie kommt man dazu Schauspieler zu werden, wenn man in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde aufwächst und dort weder Film, noch Fernsehen oder Internet konsumieren durfte? Das ganze Interview erschien in der Frankfurter Allgemeine Zeitung und online.

Zwei weitere Kritiken erschienen auf Kino-zeit.de:

Tiere

Foreign Body

Ewan McGregor über sein Regie-Debüt „Amerikanisches Idyll“

Wenn ich in Hamburg bin, regnet es. Oder es ist kalt. Oder beides. So auch Anfang Oktober. Nur war es dieses Mal egal – denn der Anlass für die Reise war ein Interview mit Ewan McGregor und da jammert man ja nicht über Regen und Kälte. Man hat ja meist auch keine Zeit für Smalltalk. Ein bisschen aus dem Nähkästchen plauderte McGregor dann aber doch. Über seine Dreharbeiten für „Amerikanisches Idyll“, wie seine Tochter ihn zu diesem Film inspirierte und welche Motorräder er am liebsten mag. Der Text erschien im Frankfurter Allgemeine Magazin – und ist hier nachzulesen.

Wie der Schmuck auf den roten Teppich kommt

IMG_7400Ich kenne Cannes bisher in der Nebensaison. Im vergangenen Jahr hielten wir dort während eines Roadtrips entlang der Cote d’Azur. Schon damals war viel los. Als ich dieses Jahr jedoch für das Filmfestival wiederkehrte, glich das Nebensaison-Cannes einem Klostergarten.

Der Gegensatz mag besonders hart ausgefallen sein, weil wirklich jeden Tag verdammt viel zu tun war:

Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung recherchierte ich, woher die Stars und Sternchen ihren Schmuck für den roten Teppich bekommen: Der Ohrring soll ja nicht im Schrank liegen. 

Für das neue „Woche“-Magazin der F.A.Z. interviewte ich Jonathan Liddell zu seinem Film „Wrong Elements“, in dem er ehemalige Kindersoldaten in Uganda begleitet.

Und für Kino-zeit.de schaute ich Filme. Unter anderem diese hier:

„Neruda“ von Pablo Larraín
„L’économie du couple“ von Joachim Lafosse
„Risk“, Laura Poitras Dokumentarfilm über Julian Assange
„Two lovers and a bear“ von Kim Nguyen

Und hörte mir an, warum Chloe Sevigny so lange gebraucht hat, bis sie sich selbst zutraute, Regie zu führen.

Filmdiven – in Venedig und anderswo

Es ist viel passiert in den vergangenen Wochen. So viel, dass ich kaum dazu kam, diese Seite zu aktualisieren. Der Sommer hat sich als Hauptsaison für Freelancer entpuppt – und darüber bin ich natürlich nicht böse. Da hier und dort jedoch die drängenden Fragen aufkamen: Was machst Du eigentlich? Und wo steckst du gerade schon wieder? – kommt hier die ausführliche Antwort.

Da war zunächst einmal das Filmfestival in Venedig, das ich in diesem Jahr für den Gesellschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung besuchen durfte. Die ersten Eindrücke von der Eröffnungsgala am roten Teppich hatte ich gleich online verarbeitet (Diven, Bergsteiger und eine kleine Demonstration) – die lange Version erschien am nächsten Tag im Print. Und wer dann die Meldungsspalten aufmerksam durchstöbert hat (über das Johnny-Depp-Fieber, Kristen Stewarts romantische Ader oder Noah Baumbachs Brian-DePalma-Doku) , konnte fast 14 Tage lang mein Kürzel entdecken. Einige längere Stücke von dieser Recherchereise stehen noch in diversen Blöcken – es wird also nicht das letzte Mal sein, dass ich davon erzähle.

Eine der schönsten Begegnungen mit einem Filmstar hatte ich jedoch nicht in Venedig, sondern direkt vor der Haustür, in Rodgau. Dort lebte nämlich Jean Darling – die älteren unter Ihnen werden sich noch an das blondgelockte, kecke Mädchen aus der Stummfilmreihe „Die kleinen Strolche“ erinnern. Genau, das war sie! Und sie erinnerte sich noch an so vieles: Wir sprachen über ihr erstes Casting, die Zeit als der Stummfilm zum Tonfilm wurde und wie sie Laurel und Hardy (bei uns besser bekannt unter dem Pseudonym ihrer Comedy-Reihe „Dick und Doof“) kennenlernte. Leider verstarb sie kurz nach ihrem 93. Geburtstag im September. Der Text über das Gespräch mit ihr erschien online bei FAZ.NET: Was aus dem kleinen Strolch mit den blonden Locken wurde.

Korrespondenten im Kalten Krieg

korrespondentenNoch während meines Journalistik-Studiums an der Universität Leipzig belegte ich das Forschungsseminar „Korrespondenten im Kalten Krieg“ bei Dr. Lutz Mükke. Die Aufgabe der Studenten war es, sich dem Seminarthema in Interviews zu nähern; Interviews mit ebenjenen Korrespondenten, die während des Kalten Krieges für DDR- und BRD-Medien aus verschiedenen Weltregionen berichtet haben:

Vom Weltgeschehen und den großen Konflikten des Kalten Krieges berichteten DDR- und BRD-Korrespondenten häufig ganz gegensätzlich. Im heute wiedervereinigten Deutschland haben wir die spannende Situation, dass Auslandsreporter und Korrespondenten aus Ost und West über ihre Arbeit unter den Bedingungen des Kalten Krieges reflektieren können. Ein Teil deutsch-deutscher Geschichte, der kaum bekannt ist.

 

Das vorliegende Buch geht den Fragen nach, wer diese Korrespondenten waren, mit welchen Rollenverständnissen sie an ihren Beruf gingen und mit welchen Arbeitsrealitäten sie konfrontiert waren. Welchen Repressalien waren Westkorrespondenten im Osten und Ostkorrespondenten im Westen ausgesetzt? Gab es zwischen den „Klassenfeinden“ nur journalistische Stellvertreterkriege oder auch Berührungspunkte, gar Kooperationen? Gerieten die Korrespondenten ins Visier von Geheimdiensten?

So fasst es der Klappentext des Buches „Korrespondenten im Kalten Krieg“ zusammen, in dem ebenjene Interviews wissenschaftlich aufbereitet nun veröffentlicht wurden. Es erschien im November 2014 im Kölner Halem Verlag.

Neun Monate auf Lampedusa

Von Lampedusa berichten wir nur, wenn wieder ein Flüchtlingsboot im Mittelmeer untergegangen ist. Wie vor einem Jahr, damals ertranken vor der italienischen Insel gleich mehrere hunderte Menschen auf dem Weg von Afrika nach Europa. Die Presse war schnell am Ort des Geschehens, und genauso schnell waren die Reporter und Fotografen wieder verschwunden. Nur einer blieb länger: Der Fotograf Calogero Cammalleri verbrachte neun Monate auf Lampedusa. Die Einwohner lehnten ihn zuerst ab. Doch dann blieb er drei Tage mit Fischern in stürmischer See.

Ich habe in zu seinen Eindrücken und Erlebnissen auf Lampedusa befragt. Das ganze Interview auf FAZ.NET gibt es hier: „Wir wollen dich hier nicht haben“

Außerdem hat Calogero mit einem Stipendium des italienischen Forschungszentrums Fabrica, ein Tochterunternehmen der Benetton-Gruppe, den Foto-Band „Lipadusa“ über seine neun Monate auf Lampedusa herausgebracht. Mehr Informationen dazu, gibt es hier.

 

What’s happening in Hongkong?

The protests in Hongkong for free elections and a real democracy continued. What are the reasons that the people are demonstrating in the streets? And how do they see their chances in succeeding their fight? For the online section of Frankfurter Allgemeine Zeitung I have talked to a young teacher, who is participating in the demonstrations. He asked not to be named, because his family asked him to reveal his identity.

You can watch the whole interview in English on FAZ.NET

Für meine deutschen Leser: 

Die Proteste für freie Wahlen und mehr Demokratie in Hongkong gehen weiter. Was treibt die Demonstranten auf die Straße? Und welche Erfolgsaussichten geben sie ihrem Protest? Für FAZ.NET habe ich das einen jungen Lehrer gefragt, der mitdemonstriert.

Es war nicht einfach, ihn zu einem Video-Interview zu bewegen. Seine Familie, sagte er, wollte nicht, dass er sich mit voller Identität zu Wort melde.

Das Interview wurde auf Englisch geführt und kann in voller Länge auf FAZ.NET angesehen werden. 

Der nackte Fotograf

Es begann als Scherz unter Freunden: Ich werde Nackt-Porträts machen, hatte Trevor Christensen gesagt. Aber ich werde es umdrehen, die Porträtierten sind angezogen und ich werde nackt sein.

Wie ist das denn nun, hinter der Kamera nackt zu sein? Reagieren Männer und Frauen anders? Und wohin zum Teufel schauen die während der Foto-Session? All das habe ich den jungen Fotografen aus Utah gefragt. Das ganze Interview gibt’s auf FAZ.NET: „Ein Fotograf zieht sich aus“ 

Und wer sehen will, was aus dem Langzeitprojekt wird, findet die neuesten „Nude-Portraits“ auf seinem Instagram-Account: http://instagram.com/trevorchristensen