Zurück nach Dresden

Während meines Studiums in Dresden habe ich immer wieder von den Werkstätten in Hellerau gehört. Für einen Besuch war aber nie Zeit. Die nahm ich mir nun für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, um die Geschichte der Gartenstadt zu ergründen und herauszufinden, wie aus einem Vorzeigeprojekt der Lebensreformbewegung zunächst eine Werkstatt für DDR-Schrankwände und dann eine Manufaktur für den Yachtinnenausbau wurde. Die Reportage erschien auch online auf FAZ.NET.

Upcycling

retrouviusIn einem meiner liebsten Cafés in Frankfurt sind seit neuestem die Tische aus unebenen Holzbalken, auf denen die Kaffeetasse oder das Rotweinglas gern mal umkippt. Und weil dieser Einrichtungsstil aus gebrauchtem (oder gebrauchtwirkendem) Holz und Möbeln gerade in den Großstädten inflationär um sich greift, habe ich einen Designer besucht, der mir die Faszination für altes Holz erklären kann. Adam Hills heißt der Mann, er hat in Glasgow studiert und damals aus finanziellen Nöten heraus seine erste Kücheneinrichtung mit Holz aus alten Abrisshäusern gefertigt. Seit mehr als 20 Jahren ist er nun im Geschäft, mittlerweile in London, und die Räume seiner Firma „Retrouvius“ wirken wie ein verwunschener Speicher.

Die Geschichte erschien im neuen Wohnen-Ressort der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Online bitte hier entlang: Altes Holz in neuen Möbeln 

Finnland: Atomkraft, Rööri und der neue Meatpacking-District

IMG_2487Journalists Network hatte im März zu einer Recherchereise nach Finnland geladen. Ich fuhr mit. In etwas mehr als einer Woche hatte unsere Recherchegruppe nicht nur das Vergnügen den Kult-Finnen M.A. Numminen (auf dem Foto mit unserem Organisationsgenie Jenni Roth) zu treffen.

Wir wollten wissen, warum die Finnen auch nach Fukushima weiter an der Atomkraft festhalten. Antworten fanden wir in Eurajoki, wo nicht nur ein neues Reaktorgebäude, sondern auch das weltweit erste Endlager gebaut werden. Ein Hinweis fiel am häufigsten: finnischer Pragmatismus. Ich habe darüber für die Frankfurter Allgemeine Zeitung geschrieben („Bis zur nächsten Eiszeit“, veröffentlicht am 22. April 2014 im Politikteil).

Aber die Finnen machen sich nicht nur Gedanken, wie sie ihren atomaren Müll sicher entsorgen; im ehemaligen Hafenviertel Kalasatama in Helsinki bauen sie eine Absauganlage für Hausmüll. Wie genau das funktioniert? So: Mit Rööri gegen den Müll (erschienen am 6. April in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung / Drinnen und Draußen).

Obwohl die Woche voller Termine und spannender Interviews war, blieb in bisschen Zeit für eigene Recherchen. Ich habe Wilhelm Relander, den Food Manager der Stadt Helsinki, getroffen. Er hat mir erzählt, wie er die ehemaligen Schlachthöfe der Stadt zum neuen Meatpacking District umgestalten will. „Gastro-Stadt Helsinki“ wurde im Großstadtmagazin Neonlicht auf Deutschlandradio Kultur am 20. April gesendet.