Filmdiven – in Venedig und anderswo

Es ist viel passiert in den vergangenen Wochen. So viel, dass ich kaum dazu kam, diese Seite zu aktualisieren. Der Sommer hat sich als Hauptsaison für Freelancer entpuppt – und darüber bin ich natürlich nicht böse. Da hier und dort jedoch die drängenden Fragen aufkamen: Was machst Du eigentlich? Und wo steckst du gerade schon wieder? – kommt hier die ausführliche Antwort.

Da war zunächst einmal das Filmfestival in Venedig, das ich in diesem Jahr für den Gesellschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung besuchen durfte. Die ersten Eindrücke von der Eröffnungsgala am roten Teppich hatte ich gleich online verarbeitet (Diven, Bergsteiger und eine kleine Demonstration) – die lange Version erschien am nächsten Tag im Print. Und wer dann die Meldungsspalten aufmerksam durchstöbert hat (über das Johnny-Depp-Fieber, Kristen Stewarts romantische Ader oder Noah Baumbachs Brian-DePalma-Doku) , konnte fast 14 Tage lang mein Kürzel entdecken. Einige längere Stücke von dieser Recherchereise stehen noch in diversen Blöcken – es wird also nicht das letzte Mal sein, dass ich davon erzähle.

Eine der schönsten Begegnungen mit einem Filmstar hatte ich jedoch nicht in Venedig, sondern direkt vor der Haustür, in Rodgau. Dort lebte nämlich Jean Darling – die älteren unter Ihnen werden sich noch an das blondgelockte, kecke Mädchen aus der Stummfilmreihe „Die kleinen Strolche“ erinnern. Genau, das war sie! Und sie erinnerte sich noch an so vieles: Wir sprachen über ihr erstes Casting, die Zeit als der Stummfilm zum Tonfilm wurde und wie sie Laurel und Hardy (bei uns besser bekannt unter dem Pseudonym ihrer Comedy-Reihe „Dick und Doof“) kennenlernte. Leider verstarb sie kurz nach ihrem 93. Geburtstag im September. Der Text über das Gespräch mit ihr erschien online bei FAZ.NET: Was aus dem kleinen Strolch mit den blonden Locken wurde.

Der paranoide Diktator und die Bunker

bunker

Albanien war eine der intensivsten Reisen der letzten Zeit. Egal wohin man kommt, überall findet man die Überbleibsel der Diktatur. Besonders hartnäckig halten sich die Bunker, die der albanische Diktator Enver Hoxha im ganzen Land erbauen ließ. Am Strand, im Gebirge oder, wie auf dem Bild zu sehen, direkt in der Hauptstadt Tirana, überall stolpert man über diese Betonmonster in Schildkrötenform. Für den Reiseteil der Frankfurter Allgemeine Zeitung habe ich über den Streifzug auf den Spuren des paranoiden Diktators und seiner Bunker geschrieben: Im Land der tausend Bunker

 

Upcycling

retrouviusIn einem meiner liebsten Cafés in Frankfurt sind seit neuestem die Tische aus unebenen Holzbalken, auf denen die Kaffeetasse oder das Rotweinglas gern mal umkippt. Und weil dieser Einrichtungsstil aus gebrauchtem (oder gebrauchtwirkendem) Holz und Möbeln gerade in den Großstädten inflationär um sich greift, habe ich einen Designer besucht, der mir die Faszination für altes Holz erklären kann. Adam Hills heißt der Mann, er hat in Glasgow studiert und damals aus finanziellen Nöten heraus seine erste Kücheneinrichtung mit Holz aus alten Abrisshäusern gefertigt. Seit mehr als 20 Jahren ist er nun im Geschäft, mittlerweile in London, und die Räume seiner Firma „Retrouvius“ wirken wie ein verwunschener Speicher.

Die Geschichte erschien im neuen Wohnen-Ressort der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Online bitte hier entlang: Altes Holz in neuen Möbeln 

Moldau

Moldau klein für HPWenn jeder Vierte im Ausland nach Arbeit sucht, wie geht es dann den Menschen, die zurückbleiben? Mit dieser Frage bin ich durch die Republik Moldau gefahren und habe gemeinsam mit der Dresdner Fotografin Carola Fritzsche mit Familien und Betroffenen gesprochen.

Wir trafen in einem Dorf im Süden des Landes eine Familie, die sich nur einmal im Jahr sieht. Sprachen im Norden mit einer alten Dame über den Luxus von fließendem Trinkwasser und unterhielten uns schließlich zurück in der Hauptstadt Chisinau mit einer jungen Familie, die nach Jahren der Arbeit im Ausland genug hatte und in ihre Heimat zurückkehrte, um mit dem erwirtschafteten Geld ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Die Reportage wurde im Juli in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlicht. Online nachzulesen hier: Moldau – ein schönes, leeres Land

Cover-Story „Marubi“

11209354_763739823741099_5442976766629242760_nIn Albania, I first heart of the Italian photographer Marubi, who went to the Balkans in the late 19th century and captured beautiful portraits of a world we rarely know anything about anymore. In the northern town of Shkodra I went looking for his archive which comprises several 100.000 negatives. The whole story with lots of beautiful pictures in Frankfurter Allgemeine Magazin’s May Issue. You will find a PDF of the whole magazine here: www.faz.net/magazin

—————————-

In Tirana hörte ich zum ersten Mal vom italienischen Fotografen Marubi, der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Nordalbanien kam und mit seiner Kamera eine längst vergessene Kultur dokumentierte. Sein Archiv mit mehreren 100.000 Negativen ist noch heute erhalten; doch leicht zu finden ist es nicht. Die gesamte Geschichte erschien im Frankfurter Allgemeine Magazin im Mai 2015. Zum PDF des gesamten Magazins bitte hier entlang: www.faz.net/magazin Die Geschichte gibt es ab Seite 48.

Mailand

trüffel tagliatelle

Ich bin ein großer Freund der italienischen Küche. Als ich erfuhr, dass die Expo in diesem Jahr in Mailand stattfinden wird und sich obendrein rund um das Thema „Essen“ dreht, war klar, dass ich nach Italien musste. Als also alle Journalisten zur Fashion Week nach Milano reisten, ging ich mir dort neue Restaurants anschauen.

Dabei entdeckte ich unter anderem „Tartufi & Friends“ – ein Restaurant, das sich komplett dem Trüffel gewidmet hat. Außerdem besuchte ich einen Koch, der sich vorgenommen hat, die Italiener wieder in die Küche zu bekommen. Beide Geschichten erschienen in der April-Ausgabe des Frankfurter Allgemeine Magazins.

Und hier geht’s zum Download: faz.net/magazin

First Publication for New York Post’s Pagesix

Some assignments come over night and completely out of the blue. (Or maybe not completely out of the blue and I have to thank a good google ranking for this page here). Anyway, the big news I still can’t believe: My first article in an American paper was published. I contributed reporting for an article of New York Post’s „Pagesix“.

So, read all the italian-based background about the model who accused producer Harvey Weinstein of molestation here: „Model who accused Weinstein of molestation has sued before“.

———

Für meine deutschsprachigen Leser: Mein erster Beitrag für eine amerikanische Zeitung ist erschienen. Die New York Post bat mich um Recherchehilfe. Den Beitrag über das italienische Model, das Filmproduzent Harvey Weinstein wegen sexueller Belästigung anzeigte, lesen Sie hier (in English): „Model who accused Weinstein of molestation has sued before“.

 

Korrespondenten im Kalten Krieg

korrespondentenNoch während meines Journalistik-Studiums an der Universität Leipzig belegte ich das Forschungsseminar „Korrespondenten im Kalten Krieg“ bei Dr. Lutz Mükke. Die Aufgabe der Studenten war es, sich dem Seminarthema in Interviews zu nähern; Interviews mit ebenjenen Korrespondenten, die während des Kalten Krieges für DDR- und BRD-Medien aus verschiedenen Weltregionen berichtet haben:

Vom Weltgeschehen und den großen Konflikten des Kalten Krieges berichteten DDR- und BRD-Korrespondenten häufig ganz gegensätzlich. Im heute wiedervereinigten Deutschland haben wir die spannende Situation, dass Auslandsreporter und Korrespondenten aus Ost und West über ihre Arbeit unter den Bedingungen des Kalten Krieges reflektieren können. Ein Teil deutsch-deutscher Geschichte, der kaum bekannt ist.

 

Das vorliegende Buch geht den Fragen nach, wer diese Korrespondenten waren, mit welchen Rollenverständnissen sie an ihren Beruf gingen und mit welchen Arbeitsrealitäten sie konfrontiert waren. Welchen Repressalien waren Westkorrespondenten im Osten und Ostkorrespondenten im Westen ausgesetzt? Gab es zwischen den „Klassenfeinden“ nur journalistische Stellvertreterkriege oder auch Berührungspunkte, gar Kooperationen? Gerieten die Korrespondenten ins Visier von Geheimdiensten?

So fasst es der Klappentext des Buches „Korrespondenten im Kalten Krieg“ zusammen, in dem ebenjene Interviews wissenschaftlich aufbereitet nun veröffentlicht wurden. Es erschien im November 2014 im Kölner Halem Verlag.

Der Duft des Bürgerkriegs

duftVor der Küste Bermudas liegen mehr als hundert Schiffswracks. Als der Ethnologe Philippe Rouja nach einem Sturm zu einem hinabtauchte, ahnte er noch nicht, dass er einen Schatz aus den Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs entdecken würde.

Die Geschichte des Parfüms an Bord des Blockadebrechers „Mary Celestia“ erschien in der November-Ausgabe des Frankfurter Allgemeine Magazins, online ist der Text hier nachzulesen.

Albanien

albanienWas weiß man eigentlich über Albanien? Nicht viel – das antworteten mir die meisten Bekannten, die ich fragte. Deshalb bin ich in diesem Sommer im Zuge einer Studienreise der Bundeszentrale für politische Bildung durch dieses kleine Land am Rande des Balkans gefahren.

Die interessantesten Menschen trifft man immer, ohne es zu planen. In Tirana zum Beispiel hatte ich das Glück, Jutta Benzenberg zu begegnen. Sie ist Anfang der 1990er Jahre nach Albanien gekommen. Als Fotografin dokumentiert sie dort seit mehr als zwanzig Jahren den Umbruch seit dem Niedergang des kommunistischen Regimes. Ihre Bilder zeigen die Schönheit des Landes und erzählen gleichzeitig von der Armut und den Menschen, die selbst dort gern vergessen werden. Zudem war die Fotografin ein Jahr lang mit dem derzeitigen Premier Edi Rama unterwegs. Kurz gesagt, Jutta Benzenberg ist außergewöhnlich und natürlich musste ich ihre Geschichte aufschreiben. Sie erschien als Porträt am 28. Oktober in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 

Grandmakers East Forum – Palermo

gef

Auf Einladung der Robert-Bosch-Stiftung nahm ich als Panel-Speaker am Grantmakers East Forum vom 8. bis 10. Oktober 2014 in Palermo teil. Gemeinsam mit Steffen Angenendt (Stiftung Wissenschaft und Politik), Guillaume Cappelle (SINGA France) sowie Saline Yildiz (MorgenLand Initiative) habe ich in der Session “Brain Drain: Gain, waste or circulation?” über die Auswirkungen und Herausforderungen der Arbeitsmigration diskutiert.

 

Neun Monate auf Lampedusa

Von Lampedusa berichten wir nur, wenn wieder ein Flüchtlingsboot im Mittelmeer untergegangen ist. Wie vor einem Jahr, damals ertranken vor der italienischen Insel gleich mehrere hunderte Menschen auf dem Weg von Afrika nach Europa. Die Presse war schnell am Ort des Geschehens, und genauso schnell waren die Reporter und Fotografen wieder verschwunden. Nur einer blieb länger: Der Fotograf Calogero Cammalleri verbrachte neun Monate auf Lampedusa. Die Einwohner lehnten ihn zuerst ab. Doch dann blieb er drei Tage mit Fischern in stürmischer See.

Ich habe in zu seinen Eindrücken und Erlebnissen auf Lampedusa befragt. Das ganze Interview auf FAZ.NET gibt es hier: „Wir wollen dich hier nicht haben“

Außerdem hat Calogero mit einem Stipendium des italienischen Forschungszentrums Fabrica, ein Tochterunternehmen der Benetton-Gruppe, den Foto-Band „Lipadusa“ über seine neun Monate auf Lampedusa herausgebracht. Mehr Informationen dazu, gibt es hier.

 

What’s happening in Hongkong?

The protests in Hongkong for free elections and a real democracy continued. What are the reasons that the people are demonstrating in the streets? And how do they see their chances in succeeding their fight? For the online section of Frankfurter Allgemeine Zeitung I have talked to a young teacher, who is participating in the demonstrations. He asked not to be named, because his family asked him to reveal his identity.

You can watch the whole interview in English on FAZ.NET

Für meine deutschen Leser: 

Die Proteste für freie Wahlen und mehr Demokratie in Hongkong gehen weiter. Was treibt die Demonstranten auf die Straße? Und welche Erfolgsaussichten geben sie ihrem Protest? Für FAZ.NET habe ich das einen jungen Lehrer gefragt, der mitdemonstriert.

Es war nicht einfach, ihn zu einem Video-Interview zu bewegen. Seine Familie, sagte er, wollte nicht, dass er sich mit voller Identität zu Wort melde.

Das Interview wurde auf Englisch geführt und kann in voller Länge auf FAZ.NET angesehen werden. 

Der nackte Fotograf

Es begann als Scherz unter Freunden: Ich werde Nackt-Porträts machen, hatte Trevor Christensen gesagt. Aber ich werde es umdrehen, die Porträtierten sind angezogen und ich werde nackt sein.

Wie ist das denn nun, hinter der Kamera nackt zu sein? Reagieren Männer und Frauen anders? Und wohin zum Teufel schauen die während der Foto-Session? All das habe ich den jungen Fotografen aus Utah gefragt. Das ganze Interview gibt’s auf FAZ.NET: „Ein Fotograf zieht sich aus“ 

Und wer sehen will, was aus dem Langzeitprojekt wird, findet die neuesten „Nude-Portraits“ auf seinem Instagram-Account: http://instagram.com/trevorchristensen

 

Darauf ein Gin Tonic

Mach doch diese Geschichte über die Sommer-Cocktails, haben sie gesagt. Einen Tag lang in einer Bar rumhängen und sich tolle Drinks von einem tollen Barkeeper vormixen lassen – na wenn das kein Auftrag ist, haben sie gesagt. Hab ich also gemacht und kehrte mit folgenden Erkenntnissen zurück:

  1. Bars besser nicht bei Tageslicht betreten. Was die Nacht und der Alkohol in verheißungsvolles Halbdunkel hüllen, sieht um 12.00 Uhr Mittags weitaus weniger charmant aus. (Dafür konnte ich in Ruhe die Deko der Roten Bar in Frankfurt betrachten. Es sind verblüffend viele halb nackte Frauen an diesen Wänden.)
  2. Professionelle Barkeeper sind ein Quell guter Anekdoten. Wenn Hemingway sagte: „Verbringen Sie einen Abend in einer Bar, um eine Kultur richtig kennenzulernen.“ Hätte er hinzufügen sollen: „Bringen Sie dafür den Barkeeper zum Reden.“ 
  3. Es ist verdammt hart, in einer Bar zu sitzen und stundenlang die besten Cocktails zubereitet zu bekommen – und sie dann einfach stehen lassen zu müssen! Ja, das ist journalistisches Jammern auf hohem Niveau, aber das muss an dieser Stelle mal gesagt werden.

Ergebnis der Recherche: Gin Tonic ist das Getränk der Stunde. Warum genau? Habe ich ausführlich für FAZ.NET aufgeschrieben: Darauf ein Gurken-Gin.

Und wer danach Lust auf einen Drink hat und noch unschlüssig ist, welchen, findet das ganz schnell im Interaktiv heraus: Welchen Cocktail hätten Sie denn gern?

So bluffen Sie sich durch die WM

Alle reden vom Fußball, nur Sie haben keine Ahnung? Verzagen Sie nicht! Andrea Diener und ich haben die Sportkollegen befragt und Ihnen die schönsten Bemerkungen für FAZ.NET zusammengetragen, die Sie nebenbei fallenlassen können, ohne sich zu blamieren. Garantiert!

„So bluffen Sie sich durch die WM“