Steinbeck ist Schuld

„Wo wir auch in Russland waren, in Moskau, in der Ukraine, in Stalingrad, stets fiel der magische Name Georgien. Menschen, die niemals dort gewesen waren, sprachen von Georgien mit einer Art Sehnsucht und mit großer Bewunderung. In ihren Erzählungen waren die Georgier Übermenschen, große Trinker, große Tänzer, große Musiker, große Arbeiter und Liebhaber.“ John Steinbeck

Irgendwann während meines Journalistik-Studiums fiel mir John Steinbecks „Russische Reise“ in die Hände. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg fuhr er gemeinsam mit dem Fotografen Robert Capa durch die Sowjetunion. Das meiste, was sie dort fanden, war reichlich deprimierend, zerstörte Kriegslandschaft. Aber ein Land war anders, voller Gastfreundschaft, Gesang und fröhlicher Menschen. Das war Georgien. Seitdem wusste ich, ich muss dahin.

Was ich dort fand? Viel Gastfreundschaft, gute Tänzer, Gesang, sehnsuchtsvoll am Horizont hängende blaue Berge und Wein. Was für Wein! Darüber könnte man Bücher schreiben, oder eben eine Reportage – so geschehen für das Frankfurter Allgemeine Magazin. 

Überraschungen auf der Berlinale

Es heißt ja immer die Berlinale sei das politische unter den großen Filmfestivals. In diesem Jahr aber war der Wettbewerb mal wieder sehr durchwachsen. Wer überraschendes suchte, musste in die Nebenreihen gehen. Dort wurden so wunderbare Filme wie „Call me by your Name“ oder „Menashe“ gezeigt.

Für letzteren hatte ich die Gelegenheit, mit dem Hauptdarsteller Menashe Lustig ein Interview zu führen. Es war eine der spannendsten Begegnungen dieses Filmfestivals. Denn wie kommt man dazu Schauspieler zu werden, wenn man in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde aufwächst und dort weder Film, noch Fernsehen oder Internet konsumieren durfte? Das ganze Interview erschien in der Frankfurter Allgemeine Zeitung und online.

Zwei weitere Kritiken erschienen auf Kino-zeit.de:

Tiere

Foreign Body

Der Mann, der Grumpy Cat zum Klassiker machte

Grumpy Cat, die mürrische Katze aus Amerika, wirbt nun sogar für Opel – und sie hat einen eigenen Manager. Wie macht man eine Katze zum Star? Und warum ist das Internet so fasziniert von Tieren? Dies und einiges mehr habe ich mit Grumpy-Cat-Manager Ben Lashes diskutiert. Die Katze musste währenddessen bei einem Fotoshootings hart arbeiten. Wie das aussah, steht in der Novemberausgabe des Frankfurter Allgemeine Magazins und auf FAZ.NET.

Ewan McGregor über sein Regie-Debüt „Amerikanisches Idyll“

Wenn ich in Hamburg bin, regnet es. Oder es ist kalt. Oder beides. So auch Anfang Oktober. Nur war es dieses Mal egal – denn der Anlass für die Reise war ein Interview mit Ewan McGregor und da jammert man ja nicht über Regen und Kälte. Man hat ja meist auch keine Zeit für Smalltalk. Ein bisschen aus dem Nähkästchen plauderte McGregor dann aber doch. Über seine Dreharbeiten für „Amerikanisches Idyll“, wie seine Tochter ihn zu diesem Film inspirierte und welche Motorräder er am liebsten mag. Der Text erschien im Frankfurter Allgemeine Magazin – und ist hier nachzulesen.

Sake zum Dinner?

img_2830Richie Hawtin ist Techno-DJ und Japan-Fan. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich mit Sake, nun will er ihn als Dinner-Drink bekannt machen. Passt das?

Im schönen Pauly-Saal in Berlin hatte Hawtin zusammen mit Sternekoch Arne Anker ein Menü erarbeitet. Wie das ankam, ist auf FAZ.NET zu lesen.

Ein Interview mit Richie Hawtin über seine Faszination für Sake erschien in der Weihnachtsausgabe des Frankfurter Allgemeine Magazins.

Twenty years of Balkan Tangle

I’m very exited to announce my first piece for Panorama – The Journal of Intelligent Travel. It took me back to my trip through Northern Albania where I first picked up the name of Edith Durham, an English traveller, artist, and ethnologist from the early 20th century. How her name got there and why she was called the Queen of the Albanian Mountains can be read in Panorama’s Sunday Magazine (23rd of October).

Zurück nach Dresden

Während meines Studiums in Dresden habe ich immer wieder von den Werkstätten in Hellerau gehört. Für einen Besuch war aber nie Zeit. Die nahm ich mir nun für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, um die Geschichte der Gartenstadt zu ergründen und herauszufinden, wie aus einem Vorzeigeprojekt der Lebensreformbewegung zunächst eine Werkstatt für DDR-Schrankwände und dann eine Manufaktur für den Yachtinnenausbau wurde. Die Reportage erschien auch online auf FAZ.NET.

Wie der Schmuck auf den roten Teppich kommt

IMG_7400Ich kenne Cannes bisher in der Nebensaison. Im vergangenen Jahr hielten wir dort während eines Roadtrips entlang der Cote d’Azur. Schon damals war viel los. Als ich dieses Jahr jedoch für das Filmfestival wiederkehrte, glich das Nebensaison-Cannes einem Klostergarten.

Der Gegensatz mag besonders hart ausgefallen sein, weil wirklich jeden Tag verdammt viel zu tun war:

Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung recherchierte ich, woher die Stars und Sternchen ihren Schmuck für den roten Teppich bekommen: Der Ohrring soll ja nicht im Schrank liegen. 

Für das neue „Woche“-Magazin der F.A.Z. interviewte ich Jonathan Liddell zu seinem Film „Wrong Elements“, in dem er ehemalige Kindersoldaten in Uganda begleitet.

Und für Kino-zeit.de schaute ich Filme. Unter anderem diese hier:

„Neruda“ von Pablo Larraín
„L’économie du couple“ von Joachim Lafosse
„Risk“, Laura Poitras Dokumentarfilm über Julian Assange
„Two lovers and a bear“ von Kim Nguyen

Und hörte mir an, warum Chloe Sevigny so lange gebraucht hat, bis sie sich selbst zutraute, Regie zu führen.

Wo liegt das und was machen wir dort?

IMG_6540„Es gibt günstige Flüge nach Cotonou“, sagte der Kollege. „Cotonou“, fragte ich zurück, während ich das Telefon unters Ohr klemmte und schnell das dazugehörige Land googelte. Wo liegt das eigentlich? Gibt es Reisewarnungen? Und was machen wir dort?

Die letzte Frage stellte ich noch am Telefon. „Keine Ahnung“, war die Antwort. „Das finden wir dann heraus, wenn wir da sind.“ Fand ich gut. Also buchten wir. Der Trip nach Benin war meine erste Reise auf den afrikanischen Kontinent. Es wird nicht der letzte gewesen sein.

Im Frankfurter Allgemeine Magazin ist bereits die erste Reportage aus Benin erschienen. Online gibt es den Text über unsere Fahrt entlang der alten Fischereistraße hier:  Parfait

Was trinken sie dort?

Wir fuhren durch Moldau wegen einer ganz anderen Geschichte, aber immer wieder wurde uns Wein vorgesetzt. Er war köstlich, fruchtig und trocken wie der Moldauer Sommer. Warum kennt den eigentlich niemand in Westeuropa, fragten wir uns. Dann besuchten wir den größten Weinkeller des Landes – er ist so groß, dass man mit dem Auto hineinfahren kann. Spätestens da war klar, dass ich darüber etwas schreiben muss. Nun ist die Reportage im Reiseteil der F.A.Z. erschienen.

Wie schnell zehn Tage vergehen

merylWenn die Berlinale ansteht, fragen Bekannte ja gern, ob man sich in Berlin endlich mal auf einen Kaffee verabreden könnte oder welche Filme ich so empfehlen würde. Meistens sind sie danach enttäuscht, da ich weder Zeit für Kaffee habe, noch spontane Empfehlungen für „den einen Film“ aus mehr als 400 Kandidaten geben kann. Die meiste Zeit verbringe ich sowieso nicht im Kino, sondern auf den Randveranstaltungen, am roten Teppich, auf den Pressekonferenzen und den Panels – und die waren in diesem Jahr ziemlich umwerfend: da war eine entspannte Meryl Streep, die 90 Minuten lang über ihre Karriere und Frauen im Filmbusiness sprach; da war Kameralegende Michael Ballhaus, der über seine berühmte 360-Grad-Kamerafahrten sprach und wie blutrünstig Martin Scorsese manchmal gestimmt war; da war George Clooney, der alle mit politischen Statements überraschte und so einige Personen, die nie ins Rampenlicht kommen, aber mich mit ihrer Zenhaften Ruhe am roten Teppich schwer beeindruckt haben.

Es war nicht mein erstes Mal auf der Berlinale, aber es war das erste Mal, dass ich auf diesem Filmfestival „richtig“ gearbeitet habe. Ja, in den Jahren zuvor, während des Journalistikstudiums, habe ich auch über Filme geschrieben und Kolumnen zu all den kleinen Dingen, die auf und um den roten Teppich geschehen, verfasst. Aber dieses Jahr war voll, ich hatte mehrere Auftraggeber, darunter das Feuilleton der F.A.Z. und kino-zeit.de.

Ein paar Filme habe ich mir dann auch noch ansehen können und natürlich darüber auch geschrieben:

Im Bordell für die BBC

Kurzmitteilung

Für das Feature „Red Lights and Red Lines“ des BBC World Service habe ich im Kölner Großbordell „Pascha“ recherchiert. Einen Tag lang verbrachte ich in schummrigen Räumen, führte Interviews mit dem Manager, mehreren Prostituierten – sogar ein Freier antwortete auf meine Fragen.

Und als ich mir nach mehr als sechs Stunden Recherche vor der Tür des Pascha ein Taxi heranwinkte und erschöpft in den Ledersitz sank, nickte mir der Fahrer mit verständnisvollem Mitleid zu und sagte: „Und, Feierabend?“ (Highlight des Tages!)

Den Beitrag in voller Länge gibt es hier: http://www.bbc.co.uk/programmes/p03dhcy4 

Kinozeit-Adventskalender

Es gibt diese Wochen, da kommt man montags ins Büro und hofft schon auf den Freitag. Und weil an solchen Montagen immer noch mehr furchtbare Dinge passieren, hilft manchmal nur ins Kino gehen. Für den schönen Kinozeit-Adventskalender hab ich über „Wild Tales“ geschrieben, eine bitterböse argentinische Komödie, die mir einen solchen Montag rettete.

Auf einen Bellini in Harry’s Bar

IMG_5264Um Harry’s Bar ranken sich in Venedig Legenden. Die meisten sind mit den Namen großer Schriftsteller verbunden: Truman Capote trank hier, der Stammgast Ernest Hemingway verewigte die Bar 1950 in „Über den Fluss und in die Wälder“. Und auch Orson Welles kam, aß viel und trank noch mehr. Meist so viel, dass die Kellner sich fragten, ob Amerikaner nicht ein ganz anderes Verdauungssystem haben.

Während der Biennale feierte in diesem Jahr ein Dokumentarfilm über die Bar seine Premiere. Die Paillettendichte war hoch, die Absätze noch höher. Nur Bellinis gab es nicht. Dafür musste man die Bar schon selbst aufsuchen.

Das hab ich gemacht und darüber für das Frankfurter Allgemeine Magazin geschrieben. Die Reportage gibt’s auf Seite 45.

Film-Kritik: Chuck Norris und der Kommunismus

Eigentlich müsste diese Kritik mit einem Chuck-Norris-Witz beginnen. Aber auf den vertrösten wir lieber bis zum Ende. Denn entgegen dem etwas reißerischen Originaltitel Chuck Norris vs. Communism geht es in dem Film der rumänischen Regisseurin Ilinca Calugareanu nicht darum, wie Chuck Norris mit einem Roundhouse-Kick ein Regime platt macht. Es geht vielmehr um Macht. Die Macht der Bilder. Und um eine Stimme, die noch lange nach dem Abspann dieses Films im Ohr klingen wird. Es ist die Stimme von Irina Nistor. Und sie konnte damit fast so viel bewirken, wie Chuck Norris mit seinen bloßen Händen. (…)

Die ganze Kritik lesen Sie auf: kino-zeit.de